
Ausstellung Galerie Rhauderfehn

Wir werden doch tagtäglich von Bildern überflutet. Wozu braucht es da noch gemalte Bilder?
Auch dieser Frage geht Burkhard Hiller ab Sonntag, den 03.05.2026, in seiner Ausstellung in der Kunstkreisgalerie des Müllerhauses/ Rhauderfehn nach.
Millionen Bilder attackieren täglich unsere Netzhaut. Sie gieren nach Aufmerksamkeit und wollen uns in Bruchteilen von Sekunden ihre Aufmerksamkeit aufzwingen.
„Gemalte Bilder“, so Hiller, „ – zumindest die, an denen auch ich mich versuche – laden den Blick zum Verweilen und Herumspazieren ein. Die Bilder wollen dem Auge ein Park sein, in dem Ruhe findet, staunt und manchmal ein bisschen rätselt.
Immer wieder eröffnet sich eine neue Perspektive, die Ahnung einer halbversteckten Landschaft oder Gestalten, die aus einem Schemen ins Konkrete drängen.
Doch die Bilder wollen mehr sein als nur wohlgefällige Parks.
Auf vielen der ausgestellten Bilder sind Bäume zu sehen.
„Mit den Bäumen will ich Lebenswege sichtbar machen.
Jeder Wuchsimpuls und alle Verletzungen, wie abgesägte Äste, bleiben ihr ganzes Leben sichtbar. Die Lebenswege nehmen Gestalt an. Wie ‚Der gebrochene Baum‘, der schräg aus dem Erdreich wächst, sich dann gerade aufrichtet und dann gebrochen wird. Aber jeder seiner Äste greift noch hoch ins Licht.“
Auf fast allen Bildern finden sich zudem halb verborgene Figuren und Gestalten. Oft erst auf den zweiten oder gar dritten Blick sind sie in den Farben eines Baumstammes oder ihm zu Fuße zu entdecken. Und so erschließt sich auf den Bildern ein zweite oder gar dritte Sichtebene – beinahe so, als wären mehrere Bilder ineinander gemalt.
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist gewiss ‚Annes Kampf gegen den Krebs‘. Fast roh versucht es, das Aufbegehren und die Wut seiner 2020 verstorbenen Frau ebenso zu erfassen, wie die Welt um sie herum, die sie anschreit … und die ihr doch zerrinnt. Dieses Bild – so Hiller – ist allen Betroffenen gewidmet. Von diesem Bild werden Poster veräußert, deren Erlös Frauen zugutekommen soll, die an Brustkrebs erkrankt sind.
Wozu braucht es noch gemalte Bilder? Vielleicht erreichen sie ab und an – fast wie es Liedern gelingen kann – andere Menschen. Vielleicht sind Bilder Brücken zu Innenwelten, gewiss sind sie in der Lage die Atmosphäre eines Raumes zu prägen.
Gelingt den Bildern des Burkhard Hiller?
Vielleicht einigen. Überzeugen Sie sich davon.