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Gemeinschaftsbild des Kulturringes und Kunstkreises zum Thema des Liedes „Die Gedanken sind frei“ 2017

12 Bilder 30x30, Acryl auf Keilrahmen, als Collage auf Holzplatte

12 Kunstkreisteilnehmer haben sich intensiv mit dem Liedtext „die Gedanken sind frei“ auseinandergesetzt und ihren eigenen Anknüpfpunkt innerhalb der 5 Strophen (oder 6 – je nach Fassung) gesucht. Das Thema „die Gedanken sind frei“ ist der gleichzeitigen Idee einiger Teilnehmer zu verdanken. Eigentlich stand von Anfang an kein anderes Thema zur Diskussion. Für uns ist dieses Lied der Inbegriff der Freiheit: ein Lied, das in Zeiten politischer Unterdrückung und Verfolgung Halt und Kraft gab und die individuelle Unabhängigkeit bezeugte, das alle kennen und alle Kinder in der Schule lernen. Ein uraltes Widerstands-, Unabhängigkeits- und Freiheitslied. Heute noch genauso interessant und wichtig wie früher. Die Intentionen, die Absichten, der künstlerischen Arbeiten sind so unterschiedlich, wie die Teilnehmer selbst. Die Titel und Beweggründe können nachgelesen werden, sie liegen als Infomaterial beim Bild.

Damit die Collage in sich eine ruhige, kontemplative Stimmung ausstrahlt, haben wir uns auf eine Farbsequenz geeinigt, in der die Malereien frei gestaltet werden konnten. Die Farbsequenz des Warmbereiches – von gelb über rot bis braun- erschien uns am vorteilhaftesten, da die Mischfarben auf jeden Fall besser harmonieren als im Kaltbereich (eher Grün- und Blautöne). Das war ein ganz praktischer Ansatz unserer Arbeit. Die Zusammenstellung der fertigen Werke erforderte noch einmal umfassende Überlegungen, um eine in sich stimmige Collage zu gestalten.

Die Gedanken sind frei

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten,
sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen
mit Pulver und Blei: Die Gedanken sind frei!

Ich denke, was ich will und was mich beglücket,
doch alles in der Still‘, und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren,
es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
das alles sind rein vergebliche Werke.
Denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei: Die Gedanken sind frei!

Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen
und denken dabei: Die Gedanken sind frei!

Text von Hoffman von Fallersleben

„Für mich ist Religionsfreiheit … auch, sich keiner Religion zugehörig zu fühlen,
aber dennoch das Wirken des Menschen Jesus anzuerkennen.“
Anja Andabaka

Frei sein ist ein langandauernder Prozess, und deshalb müssen wir für Frieden und
Freiheit streiten, ja – sogar kämpfen.
Manche mögen sich beim Betrachten dieses Bildes fragen, was hat das mit Berlin zu tun? Berlin ist für mich ein Symbol der Freiheit, und Freiheit war auch für Luther ein zentraler Begriff. Er hat zu seiner Zeit sicherlich etwas anderes darunter verstanden, als wir heute im 21. Jahrhundert. Aber dennoch hat Luthers Reformation, seine Auffassung von Freiheit, Entwicklungen angestoßen oder zumindest günstige Rahmenbedingungen schaffen können, die zur Entfaltung von Toleranz und Freiheit beitragen. Immer, wenn meine Frau und ich in Berlin sind und unsere Zeit es zulässt, besuchen wir die Gedächtniskirche. Wir beide lieben es, den Großstadtlärm für einen kurzen Moment hinter uns zu lassen und die Ruhe in dieser Kirche zu genießen, sobald wir die Kirchentür hinter uns geschlossen haben. Diese Kirche hat für uns etwas ganz Besonderes, dieses blaue Licht der hohen Fenster, die, so hat man das Gefühl, fast in den Himmel reichen, die Ruhe, das Gefühl der Geborgenheit, Freiheit und Unabhängigkeit, die der Innenraum durch dieses intensive, blaue Licht ausstrahlt, fasziniert uns bei jedem Besuch. All` diese Aspekte haben mich, mal wieder nach einem Berlin-Besuch, inspiriert und dazu veranlasst, dieses Gemälde zu schaffen. Ich habe versucht, das faszinierende, blaue Licht der Kirchenfenster, die Ruhe und den Frieden, die der Kircheninnenraum ausstrahlt, zu vermitteln und in diesem „Berlin“ zum Ausdruck zu bringen.

Hartmut Dierks

Intention zum Werk „Osterbetrachtung“
Ich wollte eine Art Adventskalender für das Osterfest
schaffen:
8 Tage vor Karfreitag geht es los: von der Wurzel des
mächtigen Baumstammes (… oder ist es eine menschliche
Figur mit geöffneten Armen ?) beginnend bekomme ich
täglich in Bild und Text erzählt, was ursprünglich vor gut
2000 Jahren in Jerusalem geschah.
Unendlich viele kleine rote Früchte, die bei genauem
Hinsehen Figuren sind, wachsen an den ebenso zahlreichen
Ästen, die vom Stamm und seinem Geschehen ausgehen….
und sie erreichen die Freiheit des Himmels.
Dass ein Christenleben allein in der vertrauensvollen
Verbundenheit mit Christus und seiner Ostertat wurzelt –
und nicht in einem (bedrückenden) Verdienen müssen
durch Regelbefolgen und Werke tun – hat Martin Luther u.
a. vor 500 Jahren in seinem Schriftstudium wiederentdeckt
und als FREIHEIT der Christen bezeichnet….und diese
Freiheit möchte ich mit dem Bild vom Baum beschreiben.

Eva Schaa

Freiheit durch Erlösung – Pietà

Klaus Christians

„Die vier Soli“


Die „vier Soli“ sind vier Schlagworte: Solus Christus, sola gratia, sola fide, sola scriptura. Das ist Latein, was zur Zeit Martin Luthers die Weltsprache und Sprache der Bildung war, und bedeutet auf Deutsch: Allein Christus, allein die  Gnade, allein der Glaube,  allein die Schrift. Kurz und prägnant sagen sie, welche vier Dinge absolut grundlegend für den christlichen Glauben sind. Dabei grenzt sich jedes Schlagwort von anderen Ansichten ab, die zu Luthers Zeiten Gültigkeit hatten.
Allein Christus: Der Hirte,in diesen Sinn der Oberhirte (Jesus Christus)führt und beschützt seine Gemeinde(die Schafe).
Gnade: Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand“ und gehen deshalb letztlich nicht unter.Die Arche
Allein die Schrift: Der Ausdruck „Bibel“ stammt vom griechischen Neutrum („Papyrus-Rolle“) „Heilige Schrift
Die Tauben der Bibel verkörpern die Versöhnung zwischen Mensch und Gott nach der Sintflut – Noah lässt eine Taube fliegen auf der Suche nach Land, sie kehrt mit einem Ölzweig im Schnabel zurück.
Allein der Glaube: Die Christen glauben, dass die Kreuzigung an einem Kreuz stattfand; demnach symbolisiert das Kreuz die Verbindung bzw. den ‚Bund‘ zwischen dem Irdischen (waagerechte Achse des Kreuzes) und dem Himmlischen oder Göttlichen (senkrechte Achse des Kreuzes). Das Kreuz symbolisiert somit zum einen den Opfertod Jesu Christi, zum anderen die Verbundenheit des Menschen mit der Erde und den Mitmenschen (waagerechte Achse des Kreuzes) sowie mit dem Göttlichen (senkrechte Achse des Kreuzes).
Zu sehen sind Martin Luther, theologischer Urheber der Reformation, und Philipp Melanchthon, ein deutscher Philologe, Philosoph, Humanist, Theologe, Lehrbuchautor und neulateinischer Dichter. Er war als Reformator neben Martin Luther eine treibende Kraft der deutschen und europäischen kirchenpolitischen Reformation und wurde auch „Praeceptor Germaniae“ (Lehrer Deutschlands) genannt.

Bounty
Die Meuterei auf der Bounty als Sinnbild
des Freiheitswillens
der meisten Menschen gegen den Befehl
und die Unterdrückung durch die Obrigkeit.
Das Kunstkreismitglied Harm Diestel vor seinem Gemälde „Bounty“